Wissenschaftliches Arbeiten lehren

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Erfahrungen, Einblicke und ein bisschen Ernüchterung nach einigen Jahren Lehre "Wissenschaftliches Arbeiten"

Materialien

Probieren geht über studieren: Ideen für Übungen, die die Studierenden selbst lösen müssen.

Literatur

Bücher, Links und Apps zum Wissenschaftlichen Arbeiten gibt es viele - für Studierende. Aber welche eigenen sich für die Lehre?

Nein, der ist nicht faul!

Folgendes Szenario: Sie lesen Hausarbeiten (wieder einmal) und kommen zur Arbeit eines Ihnen bereits bekannten Studenten. Sie vermissen eine solide Literaturbasis für die Ausführungen (wieder einmal). Sie sehen Fehler über Fehler (wieder einmal).

Ein tiefes Seufzen.

Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie?

  • „Der hatte wohl keine Lust.“
  • „Der hat es nicht verstanden.“
  • „Der kann es einfach nicht.“
  • „Der ist ja faul.“

Wahrscheinlich gehen Ihnen diese Sätze abwechselnd durch den Kopf. Vielleicht fangen Sie sogar an, die schlechte Arbeit als Angriff auf Ihre eigene Arbeit mit den Studierenden zu werten: „Ich habe in diesem Kurs so viel erklärt. Ganz genau habe ich gesagt, wie ich es haben will.“

Aber bekanntermaßen ist gehört ja noch nicht verstanden und verstanden noch nicht umgesetzt…

Vielleicht unterstellen Sie zwischendurch sogar einmal Absicht: „Will der mich ärgern?!“ Was genau hätte er eigentlich davon?

Hm, ganz schön schwierig, eine schlechte studentische Arbeit nicht persönlich zu nehmen. Also schieben Sie die Verantwortung schnell zum Studierenden – wo sie hingehört. Der hat die Arbeit ja schließlich geschrieben. Also denken Sie, er hatte wohl keine Lust. Oder er hat es nicht verstanden. Oder er kann es einfach nicht. Oder aber er ist grundsätzlich ein fauler Mensch.

Schauen wir doch einmal etwas genauer auf die Unterschiede in diesen Erklärungsansätzen.

  • „Der hatte wohl keine Lust.“: eine Erklärung, die auf einen zeitweiligen Zustand abhebt
  • „Der hat es nicht verstanden.“: eine Erklärung, die dem Studenten Inkompetenz unterstellt
  • „Der kann es einfach nicht.“: eine Erklärung, die dem Studenten dauerhafte und nicht veränderbare Inkompetenz unterstellt. Mitgedacht ist ja „und er wird es auch nie lernen…“.
  • „Der ist ja faul.“: eine Erklärung, die dem Studenten eine Eigenschaft zuschreibt

Halb voll, halb leer?

Aus der Attributions- und Motivationsforschung ist bekannt, dass sich die Erklärungsmuster für Erfolg und Misserfolg je nach Ausprägung des Optimismus unterscheiden. (Oder umgekehrt, je nach Erklärungsmuster werden Menschen optimistischer oder pessimistischer. Wer kann da schon sagen, was Henne und was Ei ist.)

  • Optimisten schreiben einen Erfolg sich selbst zu, Pessimisten halten ihn für Zufall.
  • Optimisten halten den Erfolg auch für in der Zukunft wahrscheinlich, Pessimisten gehen von einem einmaligen Glücksfall aus.
  • Optimisten sehen im Erfolg in einem Teilbereich ein Anzeichen für weitere mögliche Erfolge in anderen Bereichen, Pessimisten erkennen keinen Zusammenhang.

Bei Misserfolgen verkehrt sich das Bild in das Gegenteil:

  • Pessimisten halten den Misserfolg für persönlich bedingt, dauerhaft und verallgemeinerbar.
  • Optimisten sehen das Scheitern als vom Umfeld verursacht, vorübergehend und begrenzt an.

Das hört sich dann beim Optimisten so an: „Ich war schon immer bei Schreibaufgaben aller Art gut“ (wenn er eine 1 bekommt) und „Hier habe ich jetzt mal eine schlechtere Note, weil mir das Thema nicht lag und der Prof so streng ist“ (wenn er eine 3 bekommt).

Es ist leicht vorstellbar, dass solche Gedanken die zukünftigen Handlungen und die Erfolgswahrscheinlichkeit beeinflussen. Die Annahme „Ich konnte noch nie gut schreiben“ führt eher nicht zu einer tollen nächsten Hausarbeit. Und eine gut bewertete Hausarbeit, deren Note der Student auf „die einfache Aufgabe“ oder „den gnädigen Gutachter“ zurückführt, wirkt sich nicht positiv auf den Selbstwert und die zukünftigen Aufgaben aus. Studierende mit solchen Gedankenmustern fallen mitunter in eine Art Starre: Da hilft ja sowieso nichts, die schlechte Note ist sozusagen vorprogrammiert. Um es mit Seligmann zu fassen, diese Menschen sind erlernt hilflos. Sie glauben nicht (mehr), dass ihre Handlungen etwas am Ergebnis ändern.

Zwischenfazit:

Interne, stabile und globale Zuschreibungen scheinen im Fall von Erfolgserlebnissen hilfreich und im Fall von Misserfolgen nicht hilfreich zu sein.

Optimismus vermitteln beim Begutachten

Beim Begutachten sollten wir Lehrenden besonders aufpassen, dass wir eventuelle negative Erklärungsmuster nicht noch aus Versehen verstärken.

Das bedeutet, dass wir uns bei Fehlern und Unzulänglichkeiten im Text auch tatsächlich auf den vorliegenden Text begrenzen sollten. Wir schreiben an den Rand „Hier haben Sie nicht genügend recherchiert“ und nicht „Hier haben Sie wieder mal nicht genügend recherchiert“ und schon gar nicht „Sie sind einfach zu faul zum Recherchieren, hier zeigt sich das wieder“. Ich hoffe inständig, dass das sowieso niemand tun würde. Gefährlich ist auch „Sie können wohl nicht recherchieren“ – aus den oben genannten Gründen.

Noch einmal im Detail zu den Gedanken vom Anfang des Artikels:

  • „Der hatte wohl keine Lust.“

Da diese Erklärung auf einen zeitweiligen Zustand abhebt, unterstellt sie keine Dauerhaftigkeit. Der Studierende könnte sehr wohl recherchieren, wenn er denn zum Beispiel genügend Motivation finden würde. Hier ist also noch nicht viel verloren.

  • „Der hat es nicht verstanden.“

Hier wird dem Studenten Inkompetenz unterstellt. Er hat nicht verstanden, wie Recherche geht, also kann er keine durchführen. Die Variante, dass der Student recherchieren kann und es nur nicht getan hat, ist bei dieser Aussage nicht möglich.

  • „Der kann es einfach nicht.“ („und er wird es auch nie lernen…“.)

Das geht über den vorgenannten Satz noch hinaus, denn hier wird der Student als dauerhaft inkompetent hingestellt. Es besteht keine Hoffnung auf Besserung. Sie haben den Studenten abgeschrieben.

  • „Der ist ja faul.“

Der letzte Satz ist offensichtlich eine interne, stabile und globale Zuschreibung. Wie Beschimpfungen eben so sind…

 

Das Glas füllen: Was wäre hilfreich?

In Anlehnung an den Talmud: Achten Sie auf Ihre Gedanken, denn sie werden Worte. Diese Worte haben Auswirkungen auf die Studierenden. Sie prägen sie mehr, als Sie denken (und als sie – mit kleinem „s“ – denken).

Bei Fehlern und Schwachstellen in Texten tun Sie Ihren Studierenden einen Gefallen, wenn Sie diese als zunächst einmal als vorübergehend und spezifisch betrachten. Fehler kommen nun einmal vor, und dass der Student bei dieser Hausarbeit nicht genügend recherchiert hat, sagt nur etwas über diese Hausarbeit aus. Mehr nicht.

Schreiben Sie die Ursache von Fehlern nicht den Eigenschaften der Studierenden zu, denn die Formulierung einer Eigenschaft lässt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf eine interne, stabile und globale Attribution schließen. Selbstverständlich sind die Studierenden für ihre Texte verantwortlich und niemand sonst. Für ihre Fehler dürfen sie nicht das Umfeld oder die Umstände als Ausflucht nehmen. Wir als Lehrende sollten das auch nicht zulassen. Aber negativen Selbstbeschreibungen sollten wir keine Nahrung geben. Denn diese Prophezeiung erfüllt sich garantiert selbst.

Zum Weiterlesen

Die klassische Attributionstheorie finden Sie in den einschlägigen Veröffentlichungen von Bernard Weiner. Mehr zu Optimismus lesen Sie bei Martin Seligman.

Außerdem

Mehr zu diesem Thema kommt im nächsten Blogbeitrag. Darin wird es um den Umgang mit gut gelungenen Textstellen gehen.

 

 

 

Wehr und Meier-Soriat: Doppelte Augenweide

Meier-Soriat, Diana (2018): Bullet Journal – Das Praxisbuch. Frechen: mitp.

19,99 Euro

Cover Meier-Soriat

 

 

 

 

 

 

Wehr, Tanja (2017): Die Sketchnote Starthilfe. Frechen: mitp.

21,99 Euro

Cover Wehr Starthilfe

 

 

 

 

 

 

 

Wehr, Tanja (2018): Die Sketchnote Starthilfe – Neue Bilderwelten. Frechen: mitp.

24,99 Euro

Cover Wehr Neue Bilderwelten

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Inhaltsübersichten der drei Bücher finden Sie am Ende des Artikels.

 

Wehr und Meier-Soriat: Doppelte Augenweide

Mit der Hand schreiben ist wieder in, malen ist wieder in. Da sind nicht nur Sketchnotes und Bullet Journals (BuJos), da sind auch Trends wie Handlettering, Zentangle und Ausmalbücher. Ich mag das, denn es bringt mich zwischendurch weg vom Monitor und hilft ungemein beim Denken. Dieser Zusammenhang ist zwar allgemein bekannt, nur an der Umsetzung hapert es ja zuweilen.

Sketchnotes (also „Skizzen-Notizen“) und Bullet Journals (also „Aufzählungsstrich-Tagebücher“) ergeben zusammen eine wunderbare Kombination und machen aus schnöden Notizen eine wahre Augenweide. Daher rezensiere ich heute gleich ein ganzes Buchpaket, bestehend aus drei sehr praxisorientierten Ratgebern. In Anlehnung an Schopenhauers „Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte“ möchte ich hier vorwegschicken, dass Sie die Zeit zum Üben sicher nicht mitkaufen müssen. Alle drei Bücher sind so motivierend geschrieben und so ansprechend gestaltet, dass Sie sicher wie ich gleich loslegen wollen und auch werden. Das lässt sich auch zwischendurch in geistigen Leerlaufphasen immer wieder einschieben.

Der Selbstvertrauens-Booster

Tanja Wehr kann ich nicht genug danken. Mit ihren beiden Sketchnote-Büchern hat sie mir das Selbstvertrauen in Sachen Malen zurückgegeben. Wenn ich es grob überschlage, komme ich auf 25 oder sogar 30 Jahre, in denen ich kaum etwas gemalt habe. An dieser Stelle gehen schöne Grüße an meine damalige Kunstlehrerin, die mir mehr als einmal deutlich gemacht hat, dass ich das üüü-ber-haupt gar nicht kann und auch eigentlich gar weiter nicht versuchen muss.

Wie hat Tanja Wehr es binnen Minuten geschafft, diese hartnäckige Überzeugung zu aufzuweichen? Zunächst einmal mit ihrer lockeren und witzigen Art und dem sympathischen Einstieg mit einem Bericht über ihre Erlebnisse im Lateinunterricht. Noch ein paar Seiten weiter, und dann konnte ich plötzlich ein Fahrrad malen. Ich! Ein Fahrrad! Ein Fahrrad, das man erkennen kann! Wow, nach diesem Erfolgserlebnis gab es kein Halten mehr. Eine Strich-für-Strich-Anleitung nach der anderen habe ich ausprobiert und direkt im Anschluss an Mann und Kind der Bewährungsprobe unterzogen. Die beiden sollten erraten, was ich da zu Papier gebracht habe. Und was soll ich sagen? In fast allen Fällen lagen sie richtig. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Das war alles zu schön, um wahr zu sein. Ich dachte an meine ehemalige Kunstlehrerin. Es waren keine liebevollen Gedanken.

Natürlich gab es auch Rückschläge. Mein Oeuvre „Zwei Baguettes verschwinden in der Toilette“ sollte selbstredend etwas ganz anderes darstellen. Schreiben Sie mir gern in die Kommentare, was Sie darin erkennen.


 

 

 

 

 

 

 

Das jüngst erschienene zweite Buch von Tanja Wehr setzt noch konsequenter auf das Prinzip der Bilderwelten. Diese Sammlungen von Symbolen zu einem Thema halte ich für ziemlich nützlich, um das eigene Repertoire aufzubauen. Da lernen Sie, reale Objekte aufs Papier zu bringen (zum Beispiel im Bereich Bildung eben Bücher, Stifte, Notizblöcke). Ergänzend ist eine zweite Kategorie wichtig, nämlich die der abstrakten Begriffe. Denn auch eine Glühbirne, eine Schatztruhe oder eine Flasche Sekt mit zwei Gläsern haben ihre Berechtigung, wenn sie ein Aha-Erlebnis, eine bedeutsame und aufbewahrenswerte Erkenntnis oder eben einen gelungenen Abschluss symbolisieren sollen.

Mein Ziel ist es, im Lauf der kommenden Monate eine eigene Bildsprache zu entwickeln. Vielleicht komme ich ja auch tatsächlich irgendwann an den Punkt, an dem das Kopieren aufhört und ich ohne Vorlagen zurechtkomme. Die Reduktion auf das Wesentliche scheint mir mittlerweile erlernbar. Oft sind es auch nur ein oder zwei winzige Striche, die das Gesamtbild ändern. In den Büchern erfahren Sie, welche das sind. Die visuell gestalteten Verzeichnisse helfen beim schnellen Auffinden der gewünschten Bilder. Außerdem lernen Sie, wie wichtig ein grauer Marker ist. An dieser Stelle darf ich Ihnen mitteilen, dass der Heidelberger Einzelhandel schlecht aufgestellt ist. In keinem der zwei größten Geschäfte wurde ich fündig. Der Schritt zu meiner endgültigen Professionalisierung muss also noch warten 😉

Ein Traum: alle Notizen an einem Ort

Diana Meier-Soriat hat mit dem Praxisbuch einen wirklich überzeugenden Ratgeber vorgelegt, der bei mir die letzten Vorbehalte gegenüber Bullet Journals ausgeräumt hat. Neben dem Prinzip „Track the past“ gibt es nach dem Erfinder des Bullet Journals, Ryder Carroll, noch „Organize the present“ und „Plan the future“, die eigentlichen Hauptverwendungszwecke. All das sammelt sich in einem einzigen Notizbuch, in dem die Rubriken durch einen Index gut auffindbar sind und in dem man den Status seiner Aufgaben durch eigene Symbole auf einen Blick gut erfassen kann.

So lautet zumindest die Theorie. Mal schauen, wie das in der Praxis dann wird. In der einen oder anderen Form hatte ich das früher schon einmal ausprobiert, wenn auch nicht unter dem Namen. Ich war nie wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Perfektion ist aber überhaupt nicht nötig, auch wenn das Ergebnis von versierten Bullet-Journal-Schreibenden meist nahezu perfekt aussieht. Genauso wenig benötigen Sie eine einmal erdachte und dann immer gleichbleibende Organisation innerhalb des Journals. Oder wie die Autorin einem so schön mitgibt: „Du bist hier der Boss!“ und „Mach einfach mal!“. Diese Flexibilität kommt mir und meinem Lehrstil sehr entgegen. In dem Buch finden Sie jede Menge an Vorlagen und Inspiration zum individuellen Anpassen.

Für das wissenschaftliche Arbeiten und das Studium sind Habit Tracker ein guter Einstieg, also Übersichten über das Einhalten von Routinen und Vorsätzen. Daher nehme ich das nun auch für mich als Einstieg, bevor ich dann später vielleicht noch weitere Elemente integriere.

Hilfreich fand ich im Bullet Journal-Buch von Diana Meier-Soriat außer den konkreten Tipps zu geeignetem Material auch die vielen Beispiele zu den einzelnen Themen, darunter ein kurzer Abschnitt über das Planen im Studium. Anregungen aus anderen Bereichen lassen sich übertragen.

1, 2 oder 3?

Natürlich habe ich bei den Themen dieses Buchpakets anders als beim Thema „Wissenschaftliches Arbeiten“ keinen echten Vergleich mit anderen Ratgebern. Sicher gibt es da draußen noch viele andere tolle Bücher zum Sketchnoten und Schreiben von Bullet Journals. Auch im Netz finden Sie viele Informationen – wahrscheinlich eher zu viele…

Mit den besprochenen Büchern machen Sie auf jeden Fall alles richtig. Sie finden darin gebündelt alle nötigen Informationen, bei mir ist wirklich keine Frage offengeblieben. Sollten auch Sie sich in Sachen Sketchnotes und Bullet Journal noch völlig auf Neuland bewegen, empfehle ich Ihnen die folgende Lesereihenfolge: Am besten starten Sie mit der „Sketchbote Starthilfe“ und schließen daran mit der Lektüre von „Sketchnote Neue Bilderwelten“ an. Erst ganz am Ende würde ich mir das „Praxisbuch Bullet Journal“ vornehmen, dann sind Sie vorbereitet, wenn Sie dort zu dem Teil mit den Symbolen kommen.

Welchen Studierenden kann man die Bücher empfehlen?

Guten Gewissens kann ich alle drei Bücher allen interessierten Studierenden empfehlen. Ein bisschen drängt sich mir zwar der Eindruck auf, dass das „mehr so ein Mädchending“ ist. Aber vielleicht liege ich da auch komplett falsch, und selbst wenn, ist es sowieso egal. Vereinzelt habe ich übrigens schon Studierende in den Veranstaltungen gesehen, die ein Bullet Journal geführt haben und dabei auch die eine oder andere Visualisierung benutzt haben. Bei sehr abstrakten Inhalten wird es natürlich schwierig mit dem Sketchnoten. Tanja Wehrs Standardbeispiel ist hierfür das Bruttosozialprodukt Das lässt sich eben einfach schlecht verbildlichen.

Was bringen die Bücher für den Einsatz in der Lehre?

Spontan während der Lehrveranstaltung eine gekonnte Zeichnung auf das Flipchart zaubern, das wäre schon was? Oder eine Zeichnung, die man zumindest einmal erkennt, wir wollen die Latte ja nicht zu weit nach oben schieben. Die meisten Kollegen, die ich bisher auf das Thema angesprochen habe, sagten mir entweder, dass sie da großen Nachholbedarf hätten („Oh ja, da sagst Du was…“), oder dass da sowieso gar keine Hoffnung mehr bestünde. Ihnen kann geholfen werden, wie ich oben ausgeführt habe.

Das Bullet Journal halte ich für eine eher private Angelegenheit, so dass ich hier kaum Einsatzmöglichkeiten in der Lehre sehe. Sollten alle Studierenden mit der Methode vertraut sein, könnte ich mir vorstellen, dass in Formaten wie Workshops oder Projektseminaren die gemeinsamen To Dos auch in einer Bullet-Journal-ähnlichen Form für alle sichtbar am Whiteboard oder Flipchart festgehalten werden.

 


Herzlichen Dank an den Verlag für die Rezensionsexemplare!


Die Inhaltsverzeichnisse

Meier-Soriat, Diana (2018): Bullet Journal – Das Praxisbuch. Frechen: mitp.

Einleitung – Materialkunde – Organisationssystem – Inhaltlicher Aufbau eines Bullet Journals – Schmuckelemente, Icons, Schriften und Co. – Anwendungen und Vorlagen – Dein Bullet Journal als Tagebuch und Erinnerung – Travel Journal – Mit Farben arbeiten – Dekoelemente – Social Media und Bullet Journal Features

 

 Wehr, Tanja (2018): Die Sketchnote Starthilfe – Neue Bilderwelten. Frechen: mitp.

Einleitung – Hilfsmittel, Menschen und Mimik – Bilderwelten – Farbe und Schatten – Die eigene Bildsprache – Übungen

Wehr, Tanja (2017): Die Sketchnote Starthilfe. Frechen: mitp.

Einführung

Teil 1: Bildsprache

Bilderwelten – Menschen und Emotionen – Hilfsmittel

Teil 2: Schriftarten

Blockbuchstaben – Schreibschrift – Handlettering

Teil 3: Feinschliff

Schatten und Farbe – Aufbau einer Sketchnote

Teil 4: Los geht‘s

Live-Vorträge – Individualisierung, Tipps, Tricks, Übungen

 

 

„Traumhafter Höhepunkt des Studiums statt traumatischer Höhepunkt“: Interview mit Silvio Gerlach, Teil 2

Dieser Beitrag ist der 2. Teil des Interviews mit Silvio Gerlach. Falls Sie Teil 1 noch nicht gelesen haben, geht es hier entlang.

 

Sie bieten auch eine Art Themenbörse. Das ist natürlich eine gute Sache. Woher kommen denn die Themen? Nehmen wir einfach einmal das Thema Forschendes Lernen als Beispiel. Ich kann mir das gerade in der Praxis noch gar nicht vorstellen.

Die Themen kommen von unseren Themen-Kuratoren. Das sind Experten in einem Fach. Wir arbeiten dabei mit Themenmustern. Die Muster sehen in der Anwendung z.B. so aus:
„Erfahrungen mit dem Konzept Forschendes Lernen in deutschen Hochschulen – eine empirische Analyse von Fallbeispielen“ oder „Barrieren der Einführung des Konzepts Forschendes Lernen in Hochschulen – eine systematische Analyse“.
Es gibt recht viele solcher Muster, über 30, die stimmig sind und sich methodisch sehr gut greifen lassen. Das ist wichtig für die Klarheit über das Vorgehen. Und damit für die Motivation der Forscher bzw. Schreiber. Denn jedes Thema wird begleitet von einem Online-Guide, je nach Art der Arbeit und Art der Analyse.

Mit unserer Themenbörse können wir vielen Thesis-Schreibern einen echten Auftrag geben und damit ganz unbürokratisch Forschungsprojekte anstoßen. Peer-Themen sind natürlich auch sinnvoll.

Klar ist ein Themen-Template ein Frame. Aber irgendwo müssen wir anfangen. Sonst schaffen wir es nie, dass die Thesis endlich ein traumhafter Höhepunkt des Studiums statt ein traumatischer Höhepunkt wird.

Wie geht es dann weiter?

Ich habe die obigen Themen in unsere Themenbörse eingestellt: https://aristolo.com/search/topic?q=hochschule. Die Suchfunktion wird noch weiter verbessert. Und natürlich werden wir weiter viele schöne Themen eintragen.

Sie haben schon sehr viele Personen bei deren Arbeiten begleitet. Wie kann ich mir das praktisch vorstellen?

Praktisch ist das ein ausgedehnter Workshop. Es gibt einen Gesamtplan, und wir besprechen immer nur konkrete Probleme wie ein bestimmtes Modell oder die Methoden für die Datenerhebung oder den Umgang mit bestimmten Modellen aus Quellen. Das ist sehr unterschiedlich, je nach Coachee. Auffällig ist aber, dass die Probleme zu 80% methodischer Natur sind und nicht inhaltlicher Natur. Das WIE ist wichtiger als das WAS. Wie das schon im Faust Teil 2 heißt: „Das Was bedenke, mehr bedenke WIE“. Das unterstreicht auch, dass die Coachees ihre Diss selbst erstellen. Schließlich dringen sie auch tiefer in ein Gebiet ein als irgend jemand sonst auf der Welt.

Bilden Sie auch Experten aus, die nach Ihrer Methode arbeiten?

Andere in Dissertation Coaching auszubilden ist sehr schwierig. Aber ich denke, dass wir das auf der Basis unseres Online Guides angehen können. Im Moment arbeiten wir daran, den Guide mit Algorithmen smart zu machen. Man kann damit die Kongruenz von Thema, Leitfrage, Ziel und Gliederung automatisch prüfen lassen. Das ist die Zukunft.

Ist das wirklich Coaching, so wie Sie es nennen? Sind Sie ausgebildeter Coach, oder muss man das gar nicht sein?

Ich bin ein Fach- und Methoden-Coach und sehe mich vor allem als Sparringspartner. Wie schon gesagt, meine Coachees sind selbst Experten in ihrem Fach, viel mehr als ich das je sein werde.

Sehr gerne leite ich meine Coachees mit einfachen Fragen auf den richtigen Weg. Dazu gehört am Anfang übrigens immer die Frage: Was ist eigentlich XY? Und XY ist der Hauptbegriff. Da kommt manchmal zu wenig Griffiges. Dann arbeiten wir daran. Ich bin ein großer Fan von Definitionen. Sie helfen, das Projekt in den Griff zu kriegen.

Eine Ausbildung zum Coach habe ich nicht. Aber schon in der 5. Klasse habe ich Nachhilfe gegeben, in Mathe und Geschichte und Deutsch. Dann war ich im gesamten Studium Nachhilfe-Lehrer und Tutor und Repetitor. Das hat mich geschult. Wenn Menschen Geld für eine Leistung bezahlen, die sie gleich nebenan in der Uni oder Schule kostenlos bekommen können, dann muss man sich was einfallen lassen und was anbieten… Der Sprech-Coach aus „The Kings Speech“, Lionel, der jungen traumatisierten Soldaten half, wieder normal sprechen zu können, ist ein gutes Beispiel dafür, dass dieser Weg funktioniert. Aber natürlich habe ich sehr viel über meine Arbeit reflektiert. Ich bekomme ja auch immer unmittelbar Feedback von meinen Coachees.

Wie sind die Preise gestaltet? Wie kann sich ein Studierender oder Doktorand das leisten?

Mein Coaching ist nicht günstig. Aber die gesparte Zeit ist weit kostbarer, was Lebensqualität angeht, aber auch real, ganz praktisch gesehen als Verdienstausfall. Die Kosten sind natürlich abhängig vom Aufwand und vom Ziel. Das ist immer individuell und lässt sich nicht pauschal sagen.

Wie nahe bewegen Sie sich am Rande der Illegalität? Inwiefern greifen Sie in die Arbeiten Ihrer Kunden ein?

Ich bin mit Leib und Seele Diss Coach und Thesis-Coach. Eine Stunde Coaching zieht zwischen 20 und 40 Stunden Arbeit für den Coachee nach sich. Damit ist zweifelsfrei klar, wessen Arbeit das am Ende ist, oder?

Was sind Ihre nächsten Ziele mit dem Buch und Ihrem Online-Service Aristolo?

Wir wollen wissenschaftliches Arbeiten von seinem schlechten Image befreien. Wissenschaftliches Arbeiten ist für alle, nicht nur für Wissenschaftler. Und es kann Spaß machen, wenn es klappt und man neue Erkenntnisse gewinnt. Deshalb ist auch unser Motto: Enjoy Research!

Am liebsten würde ich das sperrige Wort wissenschaftliches Arbeiten durch Analysieren ersetzen. Denn das ist der Kern des wissenschaftlichen Arbeitens, Analysieren. Das ist die wesentliche Technik, die wir ja auch im richtigen Leben brauchen und jeden Tag viele Male anwenden.

Unser großes Ziel ist, die vielen Millionen Stunden des Thesis-Schreibens für gute Zwecke zu nutzen, nämlich relevante Themen zu bearbeiten und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Was relevant ist, entscheidet natürlich das Leben, kein einzelner. Am Ende stehen dann Tausende neue Bücher und Ebooks, die für alle zugänglich sind und die Welt besser machen.

Herzlichen Dank für dieses aufschlussreiche Interview!

Silvio Gerlach, Diplom-Volkswirt. Studierte Außenpolitik in Potsdam und Moskau und VWL in Marburg und Córdoba/Argentinien. Gründer und Leiter des Studeo Verlages (seit 2002), der Studeo Repetitorien (von 1995 bis 2002) und des Studeo Coachings für Thesis und Dissertation (seit 2003). Er will jedem Studierenden einen Monat bei seiner Thesis sparen und jedem Promovierenden ein ganzes Jahr.

Studeo Group, Berlin
Thesis Coaching www.studeo.de
Thesis Guide www.aristolo.com

„Traumhafter Höhepunkt des Studiums statt traumatischer Höhepunkt“: Interview mit Silvio Gerlach, Teil 1

 Ein Interview mit Silvio Gerlach

Das Interview mit Silvio Gerlach, dem Autor des Diss Guide und des Thesis Guide, lesen Sie aufgrund der Länge auf zwei Seiten.

Teil 1: Diss Guide, Promotion
Teil 2: Themenbörse, Coaching

Herr Gerlach, Sie haben ein Buch veröffentlicht namens „In 200 Tagen zur Diss“, das ich auch rezensiert habe. Nun bin ich kein Fan von Patentrezepten und des „Quick ’n dirty“-Ansatzes. Der Titel hat mich, offen gesagt, erst einmal in eine ziemlich falsche Richtung denken lassen.

Danke, dass Sie das so offen ansprechen. Sie wissen natürlich, dass ein knackiger Titel wichtig ist. Interessant ist aber, dass am Ende auch in fünf Jahren kaum mehr als 2.000 Stunden effektives Arbeiten an der Diss zusammenkommen. Ein Tag pro Woche im Durchschnitt. Das können viele interne Doktoranden bestätigen. In manchen Monaten kommen sie gar nicht zum Schreiben. Oder sie schieben es vor sich her, weil eine Diss eben nicht trivial ist.

Zur Qualität: Wenn das Ziel der Diss, nämlich die gewünschten neuen Erkenntnisse, auf Basis eines gründlichen Reviews frühzeitig klar formuliert und operationalisiert sind und auch methodisch erreichbar sind, dann ist doch egal, wie lange jemand dafür braucht. Solange das Ergebnis den formulierten Anforderungen genügt, ist der Zeitrahmen sekundär. Von dieser Maxime gehe ich keinen Millimeter ab! Was nützt ein schnell gebautes Haus, wenn es darin zugig ist und die Heizung im oberen Stockwerk nicht wärmt.

Unsere 60 Sprints sind nichts für Kandidaten, die an der Oberfläche bleiben wollen. Das ist viel zu viel Arbeit!

Auf dem Markt gibt es jede Menge Ratgeber, die eine Diss in wenigen Wochen versprechen. Aber natürlich machen die sich nicht die Mühe einer konkreten Aufstellung der Schritte wie sie unser Diss Guide enthält.

Sie haben selbst noch nicht promoviert. Wie entstand das Buch?

Ich bin dabei, kumulativ zu promovieren, über Barrieren für wissenschaftliches Arbeiten. Nur gibt es da so viele Baustellen und folglich Themen. Ich verbinde das Promovieren mit dem Bau unseres Online Guides.

Das Buch ist die große Schwester des Thesis-ABC „In 31 Tagen zum Text“. Seit vielen Jahren bin ich Coach für wissenschaftliches Arbeiten. Mit der Zeit kamen immer mehr Doktoranden, und ich merkte, dass ich ihnen helfen kann, obwohl ich selbst noch nicht den Titel hatte.

Ich bin Volkswirt und habe auch einige Semester Außenpolitik studiert, mit Schwerpunkt Geschichte der internationalen Beziehungen. Mein Spezialfach an der Uni Marburg war „Wissenschaftstheorie und Dogmengeschichte“ bei Professor Wilhelm Meyer. Auf das Fach hatten nur wenige Lust. Wir waren eine kleine Gruppe in der Vorlesung, also war das recht intensiv. Eher ein Bootcamp als eine Vorlesung. Wir nudelten ein Modell nach dem anderen durch, von allen möglichen Nobelpreisträgern in Wirtschaft. Das war hart, aber eine gute Schule im Denken. Nach meiner Erfahrung ist ein Modell der Anfang und das Ende von wissenschaftlichem Arbeiten. Das wird aber viel zu wenig an den Hochschulen trainiert, vermutlich weil das wirklich nicht im Vorbeigehen zu schaffen ist. Da muss man tief einsteigen. Ich liebe so was.
Aristoteles, der Vater der Wissenschaft, war einer meiner Helden. Deshalb heißt mein Online Guide übrigens auch Aristolo.com. Wir wollen Aristoteles stolz machen.

Die Inhalte im Diss Guide kommen direkt aus meinem Erfahrungsschatz mit vielen Thesis-Schreibern und Doktoranden. Das sind Antworten, die ich schon viele Male gegeben habe und die praktisch zum Ziel geführt haben. Ich würde meinen Ansatz als eine Art Technologie bezeichnen. Das erklärt auch die zeitliche Komponente. Schließlich hilft uns Technologie überall im Leben, Zeit zu sparen.

Heißt das im Umkehrschluss, die konventionelle Betreuung von Doktoranden durch deren Professoren und Professorinnen hat versagt?

Nein, es gibt jede Menge gute Betreuung. Und auch inspirierende Umgebungen. Aber mit der Betreuung ist es wie beim Arzt, es ist nie genug Fürsorge, nie genug Anteilnahme. Immer wünscht man sich mehr davon. Aber es ist ein Geben und Nehmen. Die Betreuenden müssen auch besser „behandelt“ werden. Die Vorbereitungen von Konsultationen müssen viel besser werden. Man muss vorgearbeitet haben, dann wird die Betreuung auch besser. In vielen unserer Sprints wird explizit auf die Konsultationen Bezug genommen. Übrigens ist die Nachbereitung noch wichtiger. Warum soll ein Betreuender sich beim nächsten Gespräch ins Zeug legen, wenn vom letzten Mal gar kein Feedback kam? Meine Coachees schreiben immer ein Protokoll von Gesprächen mit konkreten To Dos. Das macht einen guten Eindruck und bringt das Projekt voran.

Mein Ziel mit dem Diss Guide ist, eine erprobte Vorgehensweise anzubieten und viele unnötige Fragen und Diskussionen mit Betreuern abzukürzen oder sogar zu vermeiden. Promovierende können sich mit dem Buch viele technische und organisatorische Fragen selbst beantworten. Zum Beispiel wird ein Literature Review in der Masterarbeit oft noch nicht verlangt. Also macht man ihn während der Diss zum ersten Mal. Im Buch steht alles Wichtige dazu.

Das Arbeiten mit Modellen ist sehr zeitaufwändig. Da müssen die Betreuenden eine gute Vorbereitung erwarten, damit in der Sprechstunde was rauskommt. Auch das behandelt der Guide ausführlich.

Was ist mit strukturierten Promotionsprogrammen? Da müsste es doch eigentlich besser laufen. Oder fehlt dort auch etwas?

Nun, ich habe schon einige Promovierende aus solchen Programmen betreut. Das läuft schon strukturierter ab. Aber wenn es um die Tiefe geht, dann fehlen auch dort die Werkzeuge. Unser Diss Guide hilft dabei, sich gut auf die tiefer gehenden Etappen vorzubereiten.

 

Hier geht es weiter zu  Teil 2.

Zuerst üben, dann aufführen

Ein Gastbeitrag von Dr. Christian Wymann

 

 „Rehearsals are where you can screw up and feel safe to experiment.“

Bruce Dickinson, What Does This Button Do? An Autobiography, 2017

 

Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einer Bühne mit tausenden Menschen vor Ihnen. Die Erwartungen sind groß, schliesslich haben Ihre Fans Geld und Zeit investiert, um Sie spielen zu sehen. Aber Sie haben ein Problem: Gestern habe Sie die Gitarre zum ersten Mal in die Hände genommen und daran herumgezupft; Sie haben Angst, Ihre Fans zu enttäuschen.

Selbstverständlich ist das ein unrealistisches Beispiel. Wie könnte jemand von Ihnen wissen und zu Ihrem Konzert kommen, wenn Sie vorher noch nie Gitarre gespielt haben? Doch es gibt Parallelen zum wissenschaftlichen Schreiben: Viele Schreibende kämpfen mit ähnlichen Gefühlen und Vorstellungen. Sie setzen sich zum Schreiben hin und denken, dass Sie sogleich „aufführen“ müssen, auch wenn ihnen die nötige Übung fehlt. Sie sehen nicht, dass sie zuerst üben müssen, um dann aufführen zu können.

Während Sie üben, dürfen Sie Verschiedenes tun: mit Ideen spielen; kreative Methoden austesten, um zu neuen Ideen zu kommen; oder einen ersten (schlechten) Entwurf schreiben, den Sie danach mehrmals überarbeiten. Sie dürfen jemanden um Feedback bitten, um herauszufinden, wie Sie den Erstentwurf verbessern könnten. Sie dürfen eine Weile üben, bevor es Zeit ist, den Text zu polieren und fertigzustellen. Wenn Sie den Text Ihrer Betreuungsperson, den Verantwortlichen einer Zeitschrift oder einem Verlag geben, betreten Sie das erste Mal die Bühne. Vielleicht handelt es sich erst um einen Probedurchlauf, mit den Lichtern und Effekten, aber ohne Publikum. Darauf erhalten Sie womöglich eine Rückmeldung, die es Ihnen erlaubt, Ihren Text nochmals zu überarbeiten. Und dann reichen Sie ihn endgültig ein. Sobald Ihr Text akzeptiert oder publiziert wurde, führen Sie Ihre Ideen und Einsichten vor einem Publikum auf.

In den Worten von Bruce Dickinson, Sänger von Iron Maiden, experimentieren und üben Sie zuerst (Fehler und Irrwege inklusive), bevor Sie die Bühne betreten und spielen. Genauso wie MusikerInnen das so machen, dürfen auch wissenschaftlich Schreibende das.

 

 

Dr. Christian Wymann arbeitet an der Universitätsbibliothek Bern und berät und schult mit seiner Firma Mind Your Writing Schreibberatung Studierende und Forschende. Er ist Autor von mehreren UTB-Schreibratgebern. Jüngst erschien „Checkliste Schreibprozess“ (mit Franz Neff).

www.myw.schreibcoach.ch

Der Gastbeitrag ist die Übersetzung dieses Artikels, der im November 2017 erschien.

 

 

Weitere Beiträge, die wissenschaftliches Arbeiten (lehren) mit etwas ganz Anderem vergleichen:

Wissenschaftliches Arbeiten ist wie Krafttraining

Was mich Yoga über wissenschaftliches Arbeiten lehrt

 

 

Lange Nacht der Aufschieberitis

Jedes Jahr am ersten Donnerstag im März wiederholt sich ein fast schon irrwitziges Spektakel namens „Die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. Dutzende, ach was Hunderte Studierende, ziehen abends mit Laptop und Material bepackt, in die Bibliothek oder ins Schreibzentrum, lassen sich in Workshops und Einzelberatungen Tipps geben, setzen sich an ihre Arbeiten, kommen ein gutes Stück weiter oder vollenden sie sogar. Arbeiten, die seit Wochen liegen und vor sich hergeschoben wurden. Das Rahmenprogramm hat auch einiges zu bieten, gern Schreibtisch-Yoga oder Entspannungsübungen, und für den kleinen Hunger zwischendurch wartet ein reichhaltiges Snack-Buffet. Das ist alles ist auch aus der Ferne und auch jetzt im Nachhinein noch bestens nachzuverfolgen, wenn man einmal bei Twitter den Hashtag #lndah bemüht.

Einige auserwählte Studierende werden während der Schreibnacht gern von den Vertretern lokalen/regionalen/nationalen Presse kurz befragt, damit deren Artikel ein paar nette O-Töne aufweisen, im Stile von

„Hiltrud, 16. Semester Kunstgeschichte: ‚Endlich habe ich mal den Hintern hochbekommen. Hier war so eine tolle Stimmung, da hat es einfach Spaß gemacht zu schreiben. Jetzt lege ich mich erst einmal schlafen.‘“

Oder

„Gerwin, 3. Semester Wirtschaftsinformatik: ‚Gut, irgendwann muss die Arbeit ja geschrieben werden. Warum also nicht heute mit der Unterstützung von Profis? Ich habe super Tipps zur Plagiatskontrolle bekommen.‘“

Motivationsschub

Den Sinn der Aktion verstehe ich so: Durch ein Event wie die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten soll eine besondere produktive Atmosphäre entstehen, die die Studierenden bei der Anfertigung ihrer Texte unterstützt. Da entsteht ein Motivationsschub, vielleicht werden da sogar Blockaden durchbrochen und die Teilnehmer fangen „endlich mal“ mit ihrer Hausarbeit an oder machen sie „endlich mal“ fertig. Ich halte es für gut, wenn Probleme ans Tageslicht geholt werden (ok, eher an das Licht der des Nachts brennenden Schreibtischlampe) anstatt dass sich alle alleine damit herumschlagen und dabei auch noch denken, es ginge nur ihnen so. Prokrastination ist nun einmal eines der Riesenthemen des Studiums. Ich halte es für gut, dass Studierende auf diese Art auf die unterstützenden Angebote der Schreibzentren und Universitätsbibliotheken aufmerksam werden. In die Vorbereitung des Events fließt viel Herzblut, das ist richtig kreativ, und auch die Durchführung bis spät in die Nacht zeugt von dem großen Engagement der Beteiligten.

Motivationsschübchen

So, und jetzt kommt’s: Ich finde das alles zwar sinnvoll. Aber es greift für mich zu kurz. Die Lange Nacht ist für mich nur einer von vielen möglichen Ansätzen der Schreibförderung und ja, auch der Öffentlichkeitsarbeit. Ich frage mich: Wie nachhaltig ist das denn? (Gibt es dazu eigentlich Erkenntnisse? Solche, die über die unmittelbar am Veranstaltungstag durchgeführte Evaluation hinausreichen?)

Andere Formate würde ich – zusätzlich – auch für sinnvoll halten. So etwas wie „Der kurze und knackige Morgen der Frühstarter“ oder „Die wahnsinnig produktive Woche“. Entschuldigen Sie bitte, das sind nur Arbeitstitel. Sie verstehen hoffentlich trotzdem gut, in welche Richtung ich denke. Mit solchen zusätzlichen Formaten meine ich nicht die bestehenden Angebote der Schreibzentren, sondern ein ebenso öffentlichkeitswirksames Format wie die Lange Nacht. Allein schon um dem Bild entgegenzuwirken, dass alles Aufgeschobene im Studium letztlich in einer durchgemachten Nacht erledigt werden „muss“. (Ist das eigentlich ein Naturgesetz?) Darf man eigentlich laut sagen, dass man Frühaufsteher ist? Unter Studierenden ist das eher verpönt. In vielen Köpfen hat sich – von dieser Frage abgesehen – zumindest der Gedanke festgesetzt, dass es zumindest eine Hauruck-Aktion braucht, um eine wissenschaftliche Arbeit zu Ende zu bringen. „Das gehört zum Studieren doch einfach dazu…“ Sind solche Gedanken hilfreich? Ich denke: nicht so sehr. Ich denke, dass der Aufbau von individuell sinnvollen Arbeitsroutinen mehr Raum einnehmen sollte.

Aufschieben hat Gründe

Darüber hinaus bleibt außerdem das grundsätzliche Problem bestehen: der innere Konflikt, der sich im Aufschieben zeigt. Aus Studierendensicht: Was ist der Sinn dieser Arbeit, die ich da schreiben soll? Wieso soll ich Zeit dafür aufwenden, wenn ich doch sowieso für die Schublade schreibe oder die Rückmeldung meines einzigen Lesers laaange auf sich warten lässt? Daran ändert eine Lange Nacht natürlich nichts. Aber man kann mit den Studierenden an ihrer Haltung dazu arbeiten. Das dauert wahrscheinlich länger als einen Workshop lang und sollte kontinuierlich studienbegleitend stattfinden.

Vielleicht ist die Ursache für das Aufschieben aber auch in einer ganz anderen Ecke zu suchen. Manche Studierende haben zu viel Zeit in den Semesterferien, verlieren sich in Details und entwickeln keinen Blick für das Wesentliche. Wie lange bräuchten diese Studierenden eigentlich tatsächlich, wenn sie sich einen sinnvollen Arbeitsplan schreiben und für einen überschaubaren Zeitraum den vollen Fokus auf die Hausarbeit legen würden? Ja, ich weiß, alle (!) müssen in den Semesterferien jobben, niemand (!) mehr hat so viel Zeit wie vor Bologna etc. Ich glaube das nicht.

Prokrastination hat Gründe, und zwar viele unterschiedliche. Wegweisend hierzu ist immer noch das Buch von Hans-Werner Rückert, „Schluss mit dem ewigen Aufschieben“.

Aufschieberitis lässt sich durch eine einzige Lange Nacht nicht heilen. Das ist zu kurz gedacht.

Wo sind weitere öffentlichkeitswirksame Angebote, die den Studierenden zusätzlich helfen?

 

Ergänzung (Juli 2018): Diesen tollen Artikel von Gerd Bräuer habe ich erst nach dem Schreiben dieses Beitrags entdeckt. Darin schlägt der Autor den Bogen vom Event „Lange Nacht“ zum Literacy Management“. Sehr lesenswert!

Gerlach: Gnadenloser Pragmatismus

Silvio Gerlach (2017): In 200 Tagen zur Diss. Der Diss Guide. Berlin: Studeo Verlag.

Preis: 39,95 Euro

Inhaltsverzeichnis

Meilenstein 1: Ziel und Motiv sind klar!

Meilenstein2: Thema und Frage sind gefunden!

Meilenstein 3: Design und Exposé sind fertig!

Meilenstein 4: Kapitel Theorie, Forschungsstand und Modell sind fertig!

Meilenstein 5: Forschungsplan ist fertig!

Meilenstein 6: Daten sind gesammelt und analysiert!

Meilenstein 7: Kapitel Ergebnisse ist fertig!

Meilenstein 8: Dein Text ist fertig und gedruckt!

Meilenstein 9: Verteidigung ist geschafft!

Meilenstein 10: Publiziert! Du bist Frau Dr./Herr Dr.!

 

Gerlach: Gnadenloser Pragmatismus

Oha, Silvio Gerlachs Ratgeber will laut Klappentext „jedem Diss-Schreiber 1 Jahr sparen“.

Mit einer ordentlichen Portion Skepsis beginne ich die Lektüre. Was steckt hinter einem solchen Spruch? Will hier jemand einfach sein Buch gut verkaufen? Auch der Titel lenkt ja in eine ähnliche Richtung: „In 200 Tagen zur Diss“ – da beginne ich hochzurechnen… Ein Arbeitsjahr hat etwa 250 Arbeitstage, das wäre ja dann sehr schnell. Allerdings haben Doktoranden üblicherweise noch andere Verpflichtungen. Nehmen wir das mit ins Kalkül, bleibt die Berechnung dennoch weit, sehr weit unter der durchschnittlichen Bearbeitungszeit für eine Dissertation.

Techie

Der Autor treibt den Leitspruch „Schreiben ist Handwerk“ auf die Spitze: Mit der richtigen Technologie kommen alle ans Ziel. Seine baut auf Meilensteine und Sprints sowie die Mikrofragentechnik beim Schreiben auf. Die sehr stark vereinfachende Vorgehensweise vermittelt nun vielleicht den Eindruck, es gehe streng nach Schema F. Aber es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Schleifen im Prozess durchaus möglich und manchmal sogar nötig sind.

Sprachlich kommt der Text locker, direkt und motivierend daher. Der verstärkte Einsatz von Ausrufungszeichen ist sicher nicht jedermanns Geschmack, und die doch überdurchschnittlich vielen Flüchtigkeitsfehler haben meine Lesefreude zudem sehr getrübt. Gerlach wechselt häufig zwischen kurzen Fließtextpassagen, Aufzählungen und Überblickstabellen, was das schnelle Erfassen des Inhalts fördert. Bei manchen dieser verknappt dargestellten Informationen fehlen jedoch zum besseren Nachvollziehen die Begründungen, was mit mehr Fließtext wahrscheinlich nicht passiert wäre.

Da der Ratgeber allgemeingültig sein soll, bleibt er in Bezug auf die Inhalte und Beispiele auf einer eher oberflächlichen und daher gut verständlichen Ebene. So können Promovierende die Übertragung auf ihre eigenen Inhalte individuell vornehmen. Hinsichtlich der Methoden (Fragebogen-Erstellung und Datenauswertung in Sprint 34 und 39) hätte ich mir dann mehr Tiefgang gewünscht, was wohl allerdings den Rahmen des Buches sprengen würde. In der derzeitigen Ausgestaltung erfüllt es jedoch keinen echten Zweck. Denn a) sollte vieles davon der Zielgruppe schon bekannt sein und b) sollte sie in ihren eigenen Arbeiten über dieses Niveau hinausgehen. Vermutlich erzeugt die Lektüre dieser Kapitel bei den Promovierenden ein gutes Gefühl von „Ich weiß das schon!“ bzw. „ich weiß das viel besser!“, womit ihnen ja auch geholfen wäre.

Ich könnte noch etliche Punkte ausführen, die mir nicht zu 100 Prozent zusagen. So finde ich beispielsweise einige der Schreibtipps fragwürdig, ebenso die Mustergliederung. Negativ fällt mir auch der bis auf eine Ausnahme fehlende Bezug auf Quellen und andere Ratgeber auf.

Aber stopp. Ich führe das eben nicht weiter aus. Denn jetzt kommt es: Meine große Skepsis vom Anfang ist mittlerweile einem Anflug von Begeisterung gewichen. Warum? Ich mag es, wenn jemand das Bewährte herausfordert und dabei mit Mythen und vermeintlichen Weisheiten aufräumt. Das tut Gerlach. Das Buch hat mir gedanklich einen großen, kräftigen Tritt in den Allerwertesten gegeben. Darüber freue ich mich sehr.

Welchen Studierenden kann man das Buch empfehlen?

Zwei Personengruppen kann ich mir als potentielle Leserschaft vorstellen: alle, die mit dem Gedanken an eine Promotion spielen, und alle, die am Anfang des Promotionsprozesses stehen.

Sicher gibt es bestimmte Schreibertypen, denen die von Gerlach vorgeschlagene Herangehensweise gut gefällt. Ich weiß nicht genau wieso, aber ich habe hier witzigerweise sehr selbstsichere Männer vom Typ „Macher“ vor dem inneren Auge. Jemand, der schnell Ergebnisse sehen will, und nicht lange alle möglichen Alternativen prüft und abwägt und noch einmal intensiv nachdenkt, bevor er eventuell…

Wahrscheinlich tut das Buch aber auch jenen gut, die zum Grübeln und Zaudern neigen. Sie erhalten eine klare Richtlinie. Von der weichen sie beim Anfertigen ihrer Dissertation eventuell etwas ab. Das halte ich immer noch für besser, als gar keine Orientierung zu haben. Gerade Doktoranden sehen ja oft den Wald vor lauter Bäumen nicht, weil sie sehr viel Detailwissen anhäufen und gleichzeitig den Anforderungen aus dem Umfeld gerecht werden wollen. Mit dem vorliegenden Buch nehmen sie das Heft selbst in die Hand.

Was bringt das Buch für den Einsatz in der Lehre?

Manche Lehrenden könnten sich davon inspirieren lassen und damit für ihre Doktoranden das Leben leichter machen, anstatt es zu verkomplizieren.

Vielleicht möchten Sie ja Ihre bisherige Herangehensweise in Frage stellen? Dann wäre dieses Buch eine hervorragende Einstiegslektüre.


Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Antwort an Leonie: Die besondere Situation im dualen Studium

Liebe Leonie,

oh wow, da bieten Sie mir ja reichlich Futter mit Ihren beiden Artikeln zum wissenschaftlichen Arbeiten (Artikel zu Projektarbeit 2 und Projektarbeit 1). Ihren Blog finde ich sehr interessant. Durch meine Tätigkeit in der Lehre und Betreuung habe ich einen sehr guten Einblick in die Herausforderungen des dualen Studiums, und „meine“ Studierenden berichten mir Ähnliches vom Entstehungsprozess ihrer wissenschaftlichen Arbeiten. Es handelt sich auch um eine ganz spezielle Situation, in der Sie sich als duale Studentin befinden.

Ihre Abneigung gegen das wissenschaftliche Schreiben liegt sicher nicht darin begründet, dass Sie sich zu blöd anstellen, wie Sie in Ihrem Artikel schreiben. Wenn Sie sonst einigermaßen durch das Studium kommen, sind Sie definitiv in der Lage, auch das auf die Reihe zu bekommen, und zwar mit mehr Freude und Sinn.

Würde ich Sie in Ihrem Studium und bei Ihren Arbeiten betreuen, würden wir uns über Folgendes austauschen:

Die doppelte Betreuung

Sie schreiben, man „sollte jede Freiheit der Gedankenentfaltung, Kritikäußerung oder Ähnlichem genießen.“ Das denke ich allerdings auch.

Um Gedanken zu entfalten und Kritik zu äußern, braucht es Betreuungspersonen an der Hochschule, die ausreichend Orientierung bieten und das wissenschaftliche Arbeiten in gute Bahnen lenken. Im dualen Studium braucht es noch dazu einen Praxisbetreuer, der souverän genug ist, mit den Ergebnissen umzugehen: sie anzunehmen, weiterzuverarbeiten und vollends passend zu machen. Die Ergebnisse aus einer studentischen Arbeit sind aus Unternehmenssicht vielleicht einfach noch nicht komplett fertig. Es mag sein, dass bei der Bearbeitung wichtige Hintergrundinformationen aus der Praxis fehlten, oder dass der Studierende die Theorie nicht so durchdrungen hat, wie es nötig gewesen wäre. So eine studentische Arbeit kann also als fundierte Diskussionsgrundlage dienen.

Was für ein Luxus, dass sich jemand so detailliert und fundiert mit einem praktischen Problem beschäftigt. Da sollte sich ein Vorgesetzter doch freuen. Jedes Beratungsunternehmen würde mit Vergnügen eine saftige Rechnung schreiben. Ein guter Praxisbetreuer berücksichtigt, dass der Studierende in einer Entwicklung steckt und noch nicht so viel weiß wie ein Absolvent. Als Studierende sollten Sie über ausreichend Kritikfähigkeit verfügen, falls Ihre Ergebnisse noch der Nacharbeit bedürfen. Auf lange Sicht gewinnt das bessere Argument.

Den schmalen Grat zwischen eigener Leistung und fehlenden Belegen können Sie übrigens verbreitern, wenn Sie auf der Theorieebene gut fundieren und mit ausreichend vielen und qualitativ hochwertigen Quellen arbeiten. So wird der schmale Grat fast schon zu einem ausgetretenen Wanderweg, auf dem Sie bequem zu Erkenntnissen für die Praxis gelangen.

Mündlich versus schriftlich

Mündliches ist vergänglich. Gesagt sind Sachen schnell. Spätestens, wenn etwas verbindlich werden soll, benötigt man die Schriftform. In der Wissenschaft ist das Schriftliche „sowieso“ die dominante Form der Auseinandersetzung. Das ermöglicht eine tiefere Auseinandersetzung mit den Inhalten, die Gedanken sind (hoffentlich) sortierter.

Das Sortierte unterscheidet den „normalbürgerlichen Studenten“ vom Absolventen und vom Experten. Was Sie nicht an Sortierungsarbeit leisten, muss das Gegenüber leisten. Das ist eine Zumutung.

Einfach nur Ideen „rauszuhauen“ ist leicht. Da kann man auch einen x-beliebigen Passanten von der Straße ziehen und ihn nach seinen Tipps fragen. Die Schriftform jedoch bedeutet: Das steht da jetzt, und ich als Autorin muss dazu stehen.

Schreiben mit Spaß

Es tut mir leid zu lesen, dass Ihnen der Spaß am Schreiben so abhandenkommt, wenn Sie wissenschaftlich schreiben. Es gibt so viele Möglichkeiten, den Spaß auch bei der Produktion dieser Textform zu haben. Schreiben muss auch nicht einsam sein.

Schade, dass es keine Zwischenstufen zwischen dem Lesen fremder Texte und Ihrem endgültigem Text gab. Ich wünsche Ihnen, dass Sie – am besten noch vor Ihrer Bachelorarbeit – entdecken, wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Ich lasse Ihnen als ersten Input einmal zwei Links zu Rezensionen da:

Schreibfächer

Zusammen schreibt man weniger allein

Suchen Sie sich für die Bachelorarbeit einen Betreuer, der Ihre Mühe würdigt, und ein Thema, das Sie wirklich von Herzen interessiert. Sprechen Sie im Unternehmen über Themen, deren Bearbeitung wirklich hilfreich ist.

Wenn Sie mögen, treffen wir uns gern mal auf einen Kaffee, um gemeinsam über die restlichen Aspekte Ihrer Posts nachzudenken und Lösungen dafür zu entwickeln. Warum ich das anbiete? Darum: Meine Lehrphilosophie

 

„Empirisch forschen“ revisited

Gehen Sie manchmal schwimmen?

Im Schwimmbad oder in freier Natur?

Kennen Sie eigentlich die Baderegeln? Oder ist der Erwerb des Seepferdchens bei Ihnen dann doch schon zu lange her?

Vor geraumer Zeit hatte ich einmal darüber geschrieben, wie ich Empirisches Forschen im Studiengang BWL unterrichte – nämlich sehr anwendungsorientiert, indem ich mit den Studierenden eintauche ins praktische Tun. Schwimmen statt Trockenschwimmen.

Mittlerweile habe ich eine neue Variante im Repertoire. In einem anderen Studiengang nutzen wir neuerdings ein Konzept mit zwei Lernwegen. Einige Kleingruppen führen wie gehabt ein Mini-(Mini-Mini-) Forschungsprojekt in zwölf Unterrichtseinheiten tatsächlich durch, andere Kleingruppen erstellen ein Konzept. Das bedeutet, dass diese Studierenden ihr Forschungsprojekt „nur“ planen.

Die „Durchführungs-Gruppen“ packen die Badesachen und gehen schwimmen.

Die „Konzept-Gruppen“ betrachten die Frage, wo man denn als Schwimmanfänger überhaupt schwimmen sollte (besser im Schwimmbad in A-Stadt oder im Schwimmbad in B-Dorf oder vielleicht doch am bewachten Badestrand) und wo man es lieber erst einmal noch bleiben lässt (am einsamen Flussufer). Sie planen den Ausflug ans Wasser, fahren aber nicht los.

Das ist ja einfach!

Ist das nicht ziemlich unfair? Beim Schwimmen würde man die bemitleiden, die nur planen und nicht losziehen dürfen. Beim wissenschaftlichen Arbeiten ist es umgekehrt. Die einen müssen wirklich „im Feld“ empirisch ran und führen beispielsweise eine kleine Befragung durch, die sie selbstverständlich erst einmal vorbereiten und danach auch noch auswerten müssen. Und die anderen Gruppen machen – nichts? Also zumindest gefühlt nichts. Sie dürfen sich hinsetzen, ein bisschen brainstormen und am Ende zusammenschreiben, was sie sich überlegt haben? Klingt gemütlich.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die „Konzept-Gruppen“ befassen sich mit dem Ziel, der theoretische Fundierung, den Forschungsfragen und dem Aufbau des Projekts sowie nicht zuletzt mit einem ungefähren Kosten- und Zeitplan. Als groben Orientierungsrahmen gebe ich hier die eigene Bachelorarbeit vor, damit nicht aus Spaß an der Freude Millionenprojekte geplant werden. Davon hätte ja schließlich niemand etwas.

Die „Konzept-Gruppen“ gehen dabei natürlich mehr in die Tiefe als die „Durchführungs-Gruppen“, die aber selbstverständlich auch ein Ziel und Forschungsfragen brauchen und sich Gedanken machen müssen, was umsetzbar ist. Nur eben aus einer viel pragmatischeren Perspektive mit der Umsetzung in wenigen Tagen.

Die „Durchführungs-Gruppen“ arbeiten wie in „Empirisch forschen 101“ beschrieben, allerdings thematisch ausgerichtet auf sozialpädagogische Themen und nicht auf die BWL bezogen. Zudem verfügen sie über sehr nützliches Wissen aus der vorgelagerten Lehrveranstaltung „Grundlagen (sozialpädagogischer) Forschung“. Das ist eine hervorragende Basis. Dazu weiter unten mehr.

Was soll das?

Ähnlich wie in der gleichen Veranstaltung im BWL-Studiengang lernen die Gruppen voneinander – hier nun aber in mehrerlei Hinsicht. Weiterhin findet Trial and Error im eigenen Projekt statt. Das Beobachtungslernen weist nun zwei Ebenen auf: erstens Lernen von den entsprechenden Nachbargruppen („Durchführungs-Gruppen“ von „Durchführungs-Gruppen“) und zweitens Lernen von jenen Gruppen, die den anderen Weg beschritten haben („Durchführungs-Gruppen“ von „Konzept-Gruppen“ und umgekehrt)

Durch die kurzen Resümee-Statements am Ende jedes Termins erfahren alle von den aktuellen Herausforderungen der anderen Gruppen. Sie sehen, welche Fragen die anderen Gruppen umtreiben, und wie diese damit umgehen.

Zum Abschluss der Lehrveranstaltung wird präsentiert und ausführlich reflektiert. Der Fokus liegt hier nicht auf hehren wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf dem Nachvollziehen des Forschungsprozesses, der Entscheidungen und deren Auswirkungen.

Sehr hilfreich ist…

Was mir bei all dem sehr zugutekommt: Die Studierenden haben im zweiten Semester eine Veranstaltung namens „Grundlagen (sozialpädagogischer) Forschung“ und kennen daher die wichtigsten Ansätze in ihrem Feld (Praxisforschung, Agencyforschung, Evaluationsforschung etc.). Sie wurden sogar darüber geprüft und erfahren nun einen schönen, durchaus erwünschten Nebeneffekt „Oh, das ganze Zeug ist ja wirklich für irgendwas gut…“.

Learnings

Aus Sicht der Lehrenden ist das eine sehr, sehr hilfreiche Erweiterung des bestehenden Formats. Ich ziehe ein positives erstes Fazit. Wirklich wissen kann ich sowieso erst nach den Bachelorarbeiten. Fest steht jedoch: Die Gruppen haben in der Veranstaltung sehr gut gearbeitet und viel voneinander gelernt. Am Ende gab es sogar vereinzelte Stimmen, dass die Zeit gern hätte länger sein dürfen.

Für die Studierenden war die Veranstaltung eine Zumutung (rückblickend jedoch eine positive)! Gerade zu Beginn lässt sich aus Studierendenperspektive schwer abschätzen, worauf das alles hinauslaufen soll und was eigentlich die Erwartungshaltung an ihre Ergebnisse ist. Das hängt damit zusammen, dass die Veranstaltung ja gerade dazu dienen soll, den Studierenden eine realistischere Einschätzung von Forschungsvorhaben zu ermöglichen. Also ahnen sie vorab nur, welche Art und welcher Umfang angemessen ist.

Meine allerbeste Erfahrung will ich zum Abschluss des Beitrags auch noch mit Ihnen teilen.

Denn es war einfach zu schön! Nach der letzten Seminarsitzung kam ein Studierender ungefähr mit den Worten „Ich habe mir da mal was ausgedacht, haben Sie einen Moment für mich?“ auf mich zu. Wer mich kennt, weiß, dass ich für so etwas immer einen Moment Zeit habe. Es stellte sich im Gespräch heraus, dass der Studierende bereits eine Serie von aufeinander aufbauenden Arbeiten bis hin zur Masterarbeit entworfen hatte. So will (und ich bin mir sicher: so wird) er sich multiperspektivisch und multimethodisch mit seinem Thema befassen. Wer weiß, ob ihm das ohne die Lehrveranstaltung „Empirisch forschen“ in den Sinn gekommen wäre. Bei Gelegenheit frage ich ihn einmal.

Wenn Sie das Konzept an Ihrer Hochschule implementieren wollen

ist es notwendig, dass

  • die Studierenden die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens (im Sinne von „Ziel und Zweck“ des wissenschaftlichen Arbeitens) bereits in den Vorsemestern kennengelernt und verinnerlicht haben
  •  die Studierenden relevante Forschungsansätze in ihrem Feld kennen

ist es optimal, wenn

  • die Gruppe nicht mehr als 40, besser 30 Personen umfasst
  • wenn Sie als Lehrperson ein gemeinsames Oberthema für alle Gruppen vorgeben
  • wenn die 12 UE in 6×2 UE aufgeteilt sind, die zeitlich nicht zu weit auseinander liegen
  • wenn Sie Basisliteratur zu einzelnen Methoden zur Verfügung stellen können, so dass sich die Studierenden schnell einen Überblick erarbeiten können.

Los geht’s, Sie können Ihre Bademeister-Karriere nun starten!

Die studentische Brainpower anzapfen: Kollegiale Beratung bei Schreibprojekten

Im heutigen Beitrag erfahren Sie, wie Sie sich schamlos in der Lehre ausruhen und die Studierenden arbeiten lassen können.

Wait, what?

Die Methode, die ich Ihnen gleich schildere, beruht tatsächlich darauf, dass Sie als Lehrperson sich größtenteils zurückziehen. Sie schaffen zunächst – ganz im Sinne des facilitating, des Ermöglichens von Lernen – den Rahmen und sind danach hauptsächlich einfach nur noch da. Sie dürfen gespannt zusehen, wie die Studierenden wechselweise Hilfe geben und Hilfe erfahren, und wie sich die Gedanken entfalten. Genieße Sie es!

Die Kollegiale (Fall-)Beratung ist vor allem in den sozialen Berufen weit verbreitet, für den ganz schnellen Einstieg lesen Sie hier oder auch hier.

Wer teilnimmt (und wie viele)

Die Kollegiale Beratung eignet sich für Studierende aller Niveaus. Am besten gelingt sie mit Studierenden, die über ein gewisses Maß an Erfahrung und Vorkenntnissen im wissenschaftlichen Arbeiten verfügen. Die Methode kann jedoch bei Studierenden mit hohem Reflexionsvermögen auch schon gut zu Beginn des Studiums eingesetzt werden. Ich habe beispielsweise auch mit einer Gruppe, die damals am Ende ihres ersten Semesters stand, positive Erfahrungen gemacht.

Fünf Studierende sollten mindestens teilnehmen. Nach oben gibt es keine Begrenzung. In diesem Fall wechseln die Studierenden zwischen Aktivität (Durchführen der Kollegialen Beratung) und Passivität (Beobachten der Kollegialen Beratung). Bei Gruppen, die bereits Erfahrung mit der Methode gemacht haben, können Sie auch mehrere Beratungen parallel laufen lassen, eine entsprechend großzügige Raumsituation vorausgesetzt, so dass sich die Gruppen nicht gegenseitig stören.

Was Sie erreichen

Die Übung macht die studentischen Ressourcen innerhalb einer Gruppe sichtbar. Denn die Lösung für das studentische Schreibproblem ist schon da, die Beteiligten müssen sie nur noch gemeinsam herausarbeiten. Die Lehrperson brauchen sie dazu nicht, auch wenn die Studierenden das am Anfang vielleicht noch denken. Mit der Methode brechen Sie das oft übliche Spiel von „Studierende fragen, Lehrperson erteilt Ratschläge“ auf und schaffen Raum für neue Lösungswege.

Die Übung lässt sich sehr gut nutzen für das Besprechen der Fragestellung einer wissenschaftlichen Arbeit, die unter einem vorgegebenem Thema zu entwickeln ist, für die Gliederungsbesprechung und insgesamt für alle Entscheidungen während des Schreibprozesses, mit denen sich die Schreibenden schwertun. Es gibt also inhaltlich kaum Grenzen.

Wie Sie vorgehen

Die Durchführung einer kollegialen Beratung dauert inklusive Vorbereitung und ggf. Nachbereitung meist 20 bis 30 Minuten, in Ausnahmefällen geht es vielleicht auch einmal schneller oder benötigt einmal mehr Zeit.

Der Ablauf entspricht dem einer regulären kollegialen Beratung: Ein so genannter Fallgeber bringt seinen Fall in die Runde ein. Die Runde besteht aus etwa drei bis vier Beratern plus einem Moderator. Bei der Schilderung des Falls durch den Fallgeber machen sich die Berater Notizen und stellen Verständnisfragen. Auf die vom Fallgeber formulierte Schlüsselfrage antworten sie mit Lösungsvorschlägen, die sich der Fallgeber notiert. Am Ende bedankt sich der Fallgeber bei seinen Beratern.

Vor der allerersten Beratung erläutern Sie den Studierenden die verschiedenen Rollen (Fallgeber, Berater, Moderator etc.). Ich habe zu diesem Zweck ein Handout mit eine tabellarischer Übersicht gestaltet. Das Ziel ist es, dass die Studierenden wissen, wie sie sich in welcher Rolle verhalten sollen. Denn die Lehrperson greift, sobald die Beratung läuft, weder inhaltlich noch in den Prozess ein. Eine Ausnahme davon gibt es nur, wenn der Moderator derart ins Schwimmen gerät, dass die geordnete Durchführung in Gefahr ist.

Wechseln Sie nach Abschluss einer Beratung kurz auf die Meta-Ebene und geben Feedback dazu, wie die einzelnen Rollen ausgefüllt wurden. Am Anfang ist das sicherlich nötig, weil meist niemand Erfahrung mit der kollegialen Beratung mitbringt. Wenn Sie die Methode öfter einsetzen, reduziert sich der Anteil der Reflexionszeit erheblich.

Bei der Durchführung mehrerer Beratungen am Stück erfragen Sie zunächst, welche „Überschriften“ die einzelnen Durchgänge haben (also welche Themen die Studierenden an diesem Tag mitbringen) und gestalten daraus eine ansprechende Reihenfolge.

Potentielle Schwierigkeiten und wie Sie sie lösen können

Was, wenn nicht alles glatt läuft und Sie sich doch nicht entspannt zurücklehnen können? Was kann passieren, und wie gehen Sie damit um?

  • Schwierigkeit 1: Manchmal fällt es schwer, überhaupt einen Studierenden zur Teilnahme zu bewegen.

Gerade am Anfang ist das alles natürlich ungewohnt und erfordert etwas Überwindung. In meinen Veranstaltungen hat es jedoch meist gereicht, den Studierenden die Vorteile der Methode erneut zu schildern. Und hey, was spricht dagegen, diese Form der Beratung einfach einmal auszuprobieren? Die Studierenden haben die Gewissheit, dass wir im Falle des Nicht-Gefallens die Methode auch wieder wechseln. Simple as that.

  • Schwierigkeit 2: Manchmal fällt es den Studierenden schwer, eine Schlüsselfrage zu formulieren.

Mit etwas mehr Vorbereitungszeit funktioniert das dann meist besser. Wenn es gar nicht gelingen will, dann ist das vielleicht vorläufig das Ergebnis: die Erkenntnis, dass das Problem derzeit noch nicht benannt werden kann und weitere Schritte nötig sind.

  • Schwierigkeit 3: Manchmal fällt es schwer, die hundertprozentige Studierendenzentrierung tatsächlich durchzuziehen, und zwar beiden Seiten!

Es kann vorkommen, dass Sie ganz dringend etwas zum Fall beitragen möchten und nicht dürfen. Denn das ist ja gerade nicht Ihre Rolle. Manchmal suchen auch die Studierenden Bestätigung bei Ihnen, entweder die Berater während der Beratung per Blickkontakt („War mein Lösungsansatz richtig?“) oder der Fallgeber nach der Beratung („Welchen Ansatz soll ich denn nun weiterverfolgen?“).

Mein dringender Rat: Halten Sie sich raus! Jedes inhaltliche Eingreifen ist kontraproduktiv. Sie legen damit den Studierenden nahe, dass die Lehrperson „es sowieso am besten weiß“ und am Ende die „Auflösung“ schon präsentieren wird. Welche Folgen das für weitere kollegiale Beratungen hätte, kann man sich leicht ausmalen. Wenn Sie also Ihre eigene Expertise einbringen möchten, finden Sie dafür besser andere Formate, die losgelöst sind von der kollegialen Beratung.

  • Schwierigkeit 4: Manchmal hören Sie sich quasi selbst reden, wenn Studierende das von Ihnen Gelernte reproduzieren und dabei ähnliche Worte wie Sie benutzen.

Ich fürchte, das müssen Sie einfach ertragen. Vielleicht gelingt es Ihnen, es als Kompliment zu nehmen?

Eine extreme Erfahrung: die 180-Grad-Wende

Eine Studierende war zu Beginn der Veranstaltung überaus skeptisch der Methode gegenüber, da ihr bei ihrem speziellen Problem sowieso niemand helfen könne – so ihre Wahrnehmung. Es war ein so einzigartiges Problem, dass niemand aus der Gruppe von über 30 Personen es zuvor gelöst hatte. Es handelte sich um eine wissenschaftliche Arbeit im dualen Studium, und die Studierende musste mit einer bestimmten Konstellation im Praxisbetrieb umgehen (deutlicher kann ich das hier aus Gründen der Wiedererkennbarkeit nicht schreiben). Sie ließ sich dennoch auf die Methode ein. Wie ich das geschafft habe, weiß ich selbst nicht mehr so genau. Mit der Haltung „Na gut, was habe ich zu verlieren“ kam die Studierende nach vorne und stellte ihr Beraterteam zusammen. Dabei wählte sie die mutmaßlich klügsten Köpfe. Nach und nach, bereits nach wenigen Minuten, wich die Hoffnungslosigkeit. Die Studierende hatte von ihrem Beraterteam Denkansätze bekommen, deren Weiterverfolgen ihr lohnenswert erschien. Diese Beratung konnte bereits vor Ablauf der vereinbarten Zeit zur Zufriedenheit aller Beteiligten beendet werden. Eine 180-Grad-Wende von kompletter Hoffnungslosigkeit zu Zuversicht.

Literaturhinweis:

  • „Kollegiale Praxisberatung“ in Macke/Hanke (2016): Kompetenzorientierte Hochschuldidaktik. Weinheim und Basel: Beltz. (eigentlich gedacht für ein Setting mit mehreren Lehrenden, die sich gegenseitig beraten; es lässt sich jedoch übertragen)

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit kollegialer Beratung in Studierendengruppen gemacht? Schreiben Sie es gern in die Kommentare.